Donnerstag, 14. September 2017

Insolvenzen

Ausgangslage

Aktuell sind viele Banken eigentlich pleite. Die Aktien der Gesellschafter wären nichts mehr wert, wenn es zu einer Insolvenz mit späterer Abwicklung käme. In dieser Situation springt der Staat mit Bürgschaften ein. Er rettet damit indirekt das Kapital der Aktionäre, welche vorher falsche Manager gewählt haben. Dieser Zustand ist unbefriedigend.

Fehlerursachen

Die Durchführung eines Insolvenzverfahrens dauert zu lange und führt in der Regel zur Abwicklung der Bank oder des Unternehmens mit Arbeitsplatzverlusten. Wegen der Angst der Insolvenzverwalter vor Haftungsansprüchen gehen diese kaum ein Risiko ein. Es wird daher eher abgewickelt, statt neu aufgebaut.

Ziel

Durch Einführung der Möglichkeit einer zeitlich kurzen Insolvenz den Kapitalverlust realisieren. Damit gehen die Aktionäre ihrer Aktien verlustig und ein neuer Anteilseigner kann frei wirtschaften.

Lösung

Sekundeninsolvenz.  Die Sekundeninsolvenz wird immer dann eingeleitet, wenn ein neuer Kapitalgeber (bei den Banken aktuell der Staat) bereit steht, um Kapital in das insolvente Unternehmen einzubringen und die Firma damit zu retten.
Praktisch geschieht dies in der Form, dass eine Insolvenz beantragt und in einer logischen Sekunde dergestalt abgewickelt wird, dass der Zustand des Unternehmens festgestellt und vom Insolvenzverwalter an den neue Kapitalanteilseigner zum Verkehrswert der Aktiva verkauft wird. Der neue Eigentümer übernimmt keinerlei Schulden des Unternehmens. Ggf. kann vom Insolvenzverwalter eine Mehr- oder Mindererlösvereinbarung getroffen werden, für den Fall, dass sich der Wert der Aktiva später höher oder niedriger herausstellt, als ursprünglich angenommen. Alle Schulden und die Rechte der Gläubiger auf Vollstreckung werden eingefroren und dem Insolvenzverwalter zu einer späteren Abwicklung überantwortet. Der neue Anteilseigner hat dem Insolvenzverwalter entsprechende Sicherheit für den Kaufpreis zu gewährleisten.
Im Nachgang zur Sekundeninsolvenz wickelt der Insolvenzverwalter die Schulden des Unternehmens so ab, als wenn eine ordnungsgemäße Verwertung der Aktiva statt gefunden hätte. Dabei werden die Gläubiger in der Rangfolge so bedient, wie sie in einer Insolvenz bedient worden wären.
Es ist eine gesetzliche Regelung zu treffen, welche die Sekundeninsolvenz ermöglicht.

Soziale Komponenten

Die Arbeitsplätze bleiben überwiegend erhalten, weil keine langen Abwicklungszeiten eintreten und das Unternehmen mit dem neuen Anteilseigner sofort weiter geführt werden kann.

Kontrolle

Kontrolle durch Rechnungshof/Wirtschaftsprüfer um sicher zu stellen, dass die Sekundeninsolvenz nicht missbräuchlich angewendet wird.
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